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# **Mensch-Technik-Organisation**
Mensch, Technik und Organisation sind voneinander abhängig und wirken zusammen auf die gemeinsam zu erfüllende Arbeitsaufgabe. Bei der Einführung neuer Techniken in einem Unternehmen muss man beachten, dass sowohl menschliche als auch technische Ressourcen sowie Erwartungen und Erfahrungen beachten.
## Mensch-Technik-Organisation-Systeme
Die Verknüpfung Mensch-Technik-Organisation (MTO) ist nicht zufällig so gereiht. Die Aufgabenverteilung zwischen Mensch und Technik spielt eine zentrale Rolle in der Entwicklung und Konstruktion von Produktionssystemen. Dadurch wird auch die Rolle des Menschen im Produktionsprozess beeinflusst. Die Funktionseinteilung von Mensch-Maschine bestimmt somit den Grad der Automatisierung und die mögliche Autonomie der Beschäftigten. Außerdem wird gezeigt von welcher Art der Ressourcennutzung ein Markerfolg erwartet werden kann.
## Die MTO-Analyse
Eine MTO-Analyse kann sowohl auf der Ebene des Gesamt-Unternehmens, einzelner Organisationseinheiten, Arbeitsgruppen, aber auch für ein Individuum verwendet werden. Eigentlich wurde die MTO-Analyse für den industriellen Bereich konzipiert. Mittlerweile wird sie aber auch auf Krankenhäuser, Schulen oder Verwaltungen übertragen.
Da Mensch,Technik und Organisation voneinander abhängig sind, wirken sie zusammen auf die zu erfüllende Arbeitsaufgabe. Diese Aufgabe wird auch als Ankerpunkt bezeichnet, in dem die sozialen und technischen Aspekte verknüpft werden.
Die drei Teilaspekte haben folgende Schnittstellen:
1. **Mensch und Technik**: Interaktion zwischen Mensch und Maschine, Gesaltung von Benutzungsschnittstellen
2. **Mensch und Organisation**: Rolle von Personen in organisationalen Strukturen und Abläufen
3. **Technik und Organisation**: Unterstützung von Geschäftsprozessen, Einbettung von IT-Systemen zur Realisierung der Unternehmensstrategie
## Sozio-technische Systeme
Dieser Begriff stellt ein dynamisches Systen dar, welches sowohl Input von der Außenwelt annimmt, als auch Output an die Umwelt wieder abgibt. Diese Systeme können von kleinen Gebilden mit nur wenigen Menschen und Maschinen bis zu ganzen Makrosystemen reichen.
Diese Systeme wurden als "Primäre Arbeitssysteme" formuliert, welche als indentifizierbare und abgrenzbare Subsysteme innerhalb einer Organisation gelten. Des Weiteren kann dieses System nicht nur eine einzelne Gruppe umfassen sondan auch mehrere Gruppen welche miteinander interagieren und durch Technik und Aktivitäten miteinander verbunden sind. Dabei werden das soziale Teilsystem und das technische Teilsystem durch die Arbeitsrollen doppelt miteinander verknüpft, da diese Rollen ihnen klare Funktionen zuweisen, welche aufeinander abgestimmt sind und so für Kooperationsbeziehungen sorgen.
Weiters findet sich diese Rollenaufteilung in der Mensch-Technik-Interaktion, welche ebenfalls einen entscheidenten Einfluss auf die Mensch-Technik-Organisation hat.
## Soziales und technisches Subsystem
Ein soziotechnisches System besteht grundlegend aus zwei Teilen, welche schon im Namen enthalten sind.
1. **Technische Teilkomponente**: zum Beispiel Maschinen, Pcs, etc
2. **Soziale Teilkomponente**: zum Beispiel die Mitarbeiter, die die oben angesprochenen Maschinen benutzen
Diese zwei Teilsysteme sind miteinander verbunden und sind auch voneinander abhängig und bilden eine soziotechnische Symbiose, welche sich gegenseitig unterstützen und verstärken.
![soziotechnische Systeme mit Input, Output sowie Mensch, Technik und den Prozessen](https://syndato.files.wordpress.com/2008/09/soziotechnisches-system-thumb3.png?w=404&h=289)
soziotechnische Systeme mit Input, Output sowie Mensch, Technik und den Prozessen
Jedoch kann man das oben abgebildete System nocheinmal genauer beschreiben, in dem man die Komponente Mensch auf die Rollen Mitglieder und Rolle unterteilt, wobei die Prozesse dann auch Aufgaben genannt werden. Dies würde dann folgend aussehen:
![genaueres soziotechnische Systeme, mit der Umwelt, dem primären Arbeitssystem und dem soziotechnischen System](https://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/thumb/3/31/Soziotechnisches_System.png/350px-Soziotechnisches_System.png)
genaueres soziotechnische Systeme, mit der Umwelt, dem primären Arbeitssystem und dem soziotechnischen System
Dabei wird in der sozialen Teilkomponente die Identität, das Selbstverständnis und die Fähigkeit zur Selbstbeschreibung verbessert. [^1]
Des Weiteren wird die Weiterentwicklung, Verbesserung und der Fortbestand der technischen Komponente garantiert, da diese durch die soziale Komponente gegeben ist.
## Gestalung von sozio-technischen Systemen
Das Grundkonzept eines soziotechnischen Systems ist die Erkennung der Notwendigkeit für den Technologieeinsatz und der Organisation mit dem Menschen zu optimieren und so effizient wie möglich zu gestalten. Dafür wurden drei Prinzipien postuliert, welche verhindern sollten, dass technische Systeme ohne Berücksichtigung auf die organisationale Notwendigkeit und der menschlichen Anforderungen angeschafft und konzipiert werden.
- **Bildung relativ unabhängiger Organisationseinheiten:**
ganze Aufgaben werden von einer Mehrpersonenstelle übernommen, welche als kleinste Organisationseinheit agiert. Dies setzt jedoch eine modulartige Unterteilung des Produktionsprozesses vorraus, wobei die Modulteile miteinander vernetzt sind.
- **Zusammenhang der Aufgaben in der Organisationseinheit:**
Die unterschiedlichen Arbeitsrollen innerhalb einer Organisationseinheit sollen inhaltlich ähnlich sein und einen Zusammenhang haben, damit die Gruppe ein Bewusstsein für die Aufgabe und die Wichtigkeit für die eigene Aufgabe aber auch für die der Anderen erlangt.
- **Einheit von Produkt und Organisation:**
Der technisch-organisatorische Ablauf muss so abgestimmt sein, dass das Ergebnis auf die Organisationseinheit rückführbar ist, im besonderen im Hinblick auf die Qualität und Qauantität. Dieses Prinzip gilt nicht nur für Arbeitsschritte sondern für die gesamte Aufgabe.
Bis in die 1990er-Jahre wurde soziotechnische Systeme nur in der Industrie aufgeführt und als solche verstanden. Jedoch änderte sich diese Haltung in den späten 1990er-Jahren vollkommen, so wurden auch Arztpraxen, Schulen, Bibliotheken uä. als solche angesehen. Die Erfahrungen und weitere Forschungsergbenisse die sich daraus ergaben führten zur Entwicklung des oben angesprochenen MTO-Konzepts, als auch zur strukturierten Analyse von sozio-technischen Systemen. Die soziotechnischen Systeme gelten heute als Ausgangspunkt für die vierte Industrielle Revolution (smarte Industrie), da sie den AUsgangspunkt für das Verständnis für die Interaktion zwischen Technik, Mensch und Organisation und den darin enthaltenen Prozessen bilden.
## Mensch-Technik-Interaktion ##
Wie im vorherigen Kapitel angesprochen, ist die Interaktion ein entscheidenter Bestandteil im MTO-Konzept. Sie erforscht und beschreibt das Design, die Verwendung und die Implementierung von Technologie an der Schnittstelle Mensch - Technik.
Entscheidend ist hierbei nicht, wie die Organisation aufgebaut ist, sondern wie der Mensch die Technologie, die Technik und die Organisation dahinter benutzt und wie man diese effizienter und besser gestalten kann.
So werden neben Elementen der Informatik auch Elemente der Psychologie, der Soziologie, der Ergonomie und der Designgestaltung herangezogen.
Die Ziele dieser Disziplin weden im Gabler Wirtschaftslexikon folgend erkläutert: Die Themen der Mensch-Technik-Interaktion (oder übergeordnet auch Mensch-Maschine-Interaktion genannt) sind die benutzerorientierte Analyse und Modellierung von Anwendungskontexten", "Prinzipien, Methoden und Werkzeuge für die Gestaltung von interaktiven, vernetzten Systemen" und "multimodale und multimediale Interaktionstechniken". Evaluation und Zertifizierung spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Zudem wird die Integration der benutzergerechten Gestaltung von Informatiksystemen in die Softwareentwicklung angeführt. [^2]
Es gibt sogar auf manchen Universitäten ein eigenes Studium, welches sich mit diesem Thema befasst.
## Aufgaben und Selbstüberprüfung
Folgen Sie folgenden Link um auf das zugehörige [Interaktives Beispiel](https://zenodo.org/record/2550039#.XExUN1xKiUk) zugreifen zu können. Arbeiten Sie dieses aus und folgen Sie der Anleitung und den Aufgaben. Für das Interaktive Beispiel gibt es insgesamt 20 erreichbar Punkte. Sollten Sie Fragen haben, können Sie jederzeit auf Ulearn nachfragen oder uns eine Email schreiben.
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[^1]: Skriptum Ce VL, Seite 29, Oppl
[^2]: Gabler Wirtschaftslexikon, Mensch-Maschine-Interaktion, 2. Absatz
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