Verified Commit b3d916da authored by Thomas Schoerkhuber's avatar Thomas Schoerkhuber
Browse files

Update index.md

Leerzeichen bei Überschriften der dritten Ebene durchgängig ohne Leerzeilen
parent d83c79ad
......@@ -12,6 +12,7 @@ contact: ["stefan.oppl@jku.at"]
In diesem Thema wird ArchiMate als eine Modellierungssprache eingeführt, die explizit zur Abbildung von Enterprise Architekturen spezifiziert wurde. Sie knüpft dabei an das TOGAF-Framework an, das ebenfalls von der Open Group als Standardisierungsinstitution verabschiedet wurde. Nach einem Überblick über die Gestaltungsprinzipien der Sprache werden die unterschiedlichen Modellierungsebenen detaillierter betrachtet. Den Abschluss bildet ein Überblick über die Konzepte der „Views“ und „Viewpoints“, mit denen die üblicherweise hohe Komplexität von Enterprise Models handhabbar gemacht werden kann.
## Grundkonzeption[^t2_3_1]
ArchiMate legt Modellierungskonstrukte auf mehreren Ebenen fest und betrachtet dort jeweils unterschiedliche Aspekte der Organisation, die dabei helfen einen Überblick über die Zusammenhänge zwischen den für eine Enterprise Architecture relevanten Aspekten eines Unternehmens zu gewinnen. Diesem Gedanken folgend liegt der Fokus von ArchiMate auch auf den Beziehungen zwischen diesen Konzepten, die darstellen, wie etwa Geschäftsprozesse durch Softwareanwendungen unterstützt werden, oder wie letztere auf der bestehenden technischen Infrastruktur verteilt werden.
### Ebenen und Aspekte
......@@ -32,7 +33,6 @@ Wie in untenstehender Abbildung zu erkennen, ist das Service-Konzept sowohl auf
Gegenüber Kunden werden lediglich die Business Services sichtbar - die dahinterliegenden internen Geschäftsprozesse (Business Processes) sind für Kunden nicht sichtbar. Die Funktionen der Geschäftsprozesse wiederum bedienen sich einzelner Application Services, also Diensten, die von Anwendungsprogrammen bereitgestellt werden. Auch hier verbergen die Services die Details der software-technischen Umsetzung, die in den Application components beschrieben ist. Dem Prinzip der service-orientierten Architekturen Rechnung tragend, kann in der Applikationsschicht ein weiterer interner Service-Layer eingefügt werden, um die Nutzung von in Software realisierten Services (etwa Webservices) durch andere Software-Komponenten abbilden zu können. Letztendlich werden die für die Software-Bereitstellung relevanten Aspekte der technischen Infrastruktur in den Infrastructural Services dargestellt, die für die Software-Komponenten der Applikationsschicht nutzbar sind.
### Unterscheidungsdimensionen
Führt man die obigen Ausführungen in einer Abbildung zusammen, so ergeben sich vorerst zwei grundlegende Unterscheidungsdimensionen einer Enterprise Architecture, die mittels ArchiMate abgebildet werden können. Einerseits wird auf jeder Ebene zwischen Struktur (structure) und Verhalten (behaviour) unterschieden und diese zueinander in Beziehung gesetzt - „Wer (aktive Struktur) manipuliert wie (Verhalten) was (passive Struktur)?“. Andererseits wird auf jeder Ebene zwischen der externen Sicht und der internen Sicht unterschieden. Hinsichtlich des Verhaltensaspekts manifestiert sich die externe Sicht durch Dienste (services), die in der internen Sicht durch Funktionen realisiert werden. Hinsichtlich der Strukturaspekte wird die externe Sicht durch Schnittstellen (interfaces) abgebildet, mittels derer auf Dienste zugegriffen werden kann.
![Unterscheidungsdimension in ArchiMate](DraggedImage-3.png "Unterscheidungsdimension in ArchiMate")
......@@ -44,7 +44,6 @@ Als erstes Beispiel für die ArchiMate-Notation ist in der untenstehenden Abbild
![Verhalten sowie aktive und passive Strukturen in ArchiMate](DraggedImage-4.png "Verhalten sowie aktive und passive Strukturen in ArchiMate")
### Modellierung von Beziehungen
Da ArchiMate stark auf die Darstellung der Zusammenhänge zwischen den einzelnen Aspekten und Schichten einer Enterprise Architecture wert legt, existiert entsprechend eine semantisch stark ausdifferenzierte Auswahl an möglichen Verbindungselementen, die zur Verknüpfung von Elementen auf allen Ebenen eingesetzt werden können.
![](ArchiMateBeziehungen1.png)
......@@ -70,7 +69,6 @@ Zum Ersten ist ArchiMate dafür konzipiert, lediglich die Zusammenhänge zwische
Zum Zweiten ist es wichtig, zu verstehen, dass ArchiMate wenig verpflichtende Modellierungselemente vorschreibt - den Modellierenden wird die Freiheit gelassen, die Sprache so einzusetzen, wie sie für den jeweiligen Anwendungsfall am besten geeignet erscheint. Etwa sind im Beispiel zwar Services definiert, eine zugehörige Schnittstelle (business interface) als aktive Struktur, die diese Services anbietet, fehlt aber, weil sie als nicht relevant erachtet wurde. Es bleibt also offen, ob alle Services über die gleiche Schnittstelle angeboten werden oder ob unterschiedliche Schnittstellen (etwa eine Schadensregistierungshotline und eine Auszahlungsstelle) zum Einsatz kommen.
### Modellierungselemente für den Business Layer
Im Folgenden sind die Modellierungselemente für den Business Layer angeführt. Die Modellierungselemente kann man dabei in drei Kategorien teilen. Die erste Kategorie bildet die aktive Struktur einer Organisation ab, die zweite Kategorie das Verhalten und die dritte die passive Struktur.
![Modellierungselemente der aktiven Struktur im Business Layer](BusinessLayerAktiveStrukturen.png "Modellierungselemente der aktiven Struktur im Business Layer")
......@@ -92,7 +90,6 @@ Ein *Product* fasst ein oder mehrere *Business Services* zusammen. Dieses wird m
Die Modellierungselemente des Business Layers können auch miteinander in Verbindung gebracht werden bzw. durch Beziehungen verknüpft werden. Mit diesem [*Link*](https://zenodo.org/record/2557639#.XFmeAsHQjIU) findet man verschiedene Möglichkeiten um die Elemente miteinander zu kombinieren.
### Modellierung motivationaler Aspekte
Obwohl der motivationale Aspekt in der Darstellung der ArchiMate-Architektur neben den drei Kernbetrachtungsaspekten angeordnet ist und über alle Schichten hinweg eingesetzt werden kann, wird er in der Praxis in Kombination mit Elementen des Business Layer verwendet. Die Modellierung motivationaler Aspekte wird deshalb an dieser Stelle näher betrachtet.
![Beispiel für die Modellierung motivationaler Aspekte in ArchiMate](DraggedImage-9.png "Beispiel für die Modellierung motivationaler Aspekte in ArchiMate")
......@@ -104,7 +101,6 @@ Das folgende Beispiel zeigt, wie motivationale Aspekte, im konkreten Fall ein
![Verknüpfung motivationaler Aspekte mit dem Business Layer in ArchiMate](DraggedImage-10.png "Verknüpfung motivationaler Aspekte mit dem Business Layer in ArchiMate")
### Modellierungselemente für motivationale Aspekte
Im Folgenden sind die Modellierungselemente für motivationale Aspekte dargestellt. Weitere Informationen können dem frei verfügbaren ArchiMate Standard[^t2_3_3] entnommen werden und ist auch in den verfügbaren Modellierungswerkzeugen (etwa Archi[^t2_3_4]) zur Unterstützung hinterlegt.
![](MotivationaleAspekte1.png)
......@@ -112,6 +108,7 @@ Im Folgenden sind die Modellierungselemente für motivationale Aspekte dargestel
![Modellierungselemente für motivationale Aspekte in ArchiMate](MotivationaleAspekte2.png "Modellierungselemente für motivationale Aspekte in ArchiMate")
## Der Application Layer[^t2_3_5]
Der Application Layer bildet in ArchiMate die Brücke zur IT-Architektur des Unternehmens. Er bildet ab, welche Applikationen zur Unterstützung der Geschäftsprozesse angeboten werden und wie diese software-technisch strukturiert sind. Die folgende Abbildung zeigt ein Modell, dass unter Verwendung von Sprachelementen des Application Layer realisiert wurde, um abzubilden, wie die Erstellung eines Versicherungsvertrags in einem Versicherungsunternehmen software-technisch unterstützt wird (siehe dazu auch die Integrative Fallstudie am Ende dieses Themenbereichs).
![Beispiel eines ArchiMate Application Layer Modells](DraggedImage-13.png "Beispiel eines ArchiMate Application Layer Modells")
......@@ -123,7 +120,6 @@ Das untenstehende Beispiel zeigt eine Verknüpfung zwischen Business Layer und A
![Verknüpfung von Business und Application Layer in ArchiMate](DraggedImage-14.png "Verknüpfung von Business und Application Layer in ArchiMate")
### Modellierungselemente für den Application Layer
Im Folgenden sind die Modellierungselemente für den Application Layer angeführt und erklärt. Weitere Informationen können dem frei verfügbaren ArchiMate Standard[^t2_3_6] entnommen werden und ist auch in den verfügbaren Modellierungswerkzeugen (etwa Archi[^t2_3_7]) zur Unterstützung hinterlegt.
![Modellierungselemente der aktiven Struktur im Application Layer](ApplicationLayerAktiveStrukturen.png "Modellierungselemente der aktiven Struktur im Application Layer")
......@@ -150,7 +146,6 @@ Das untenstehende Beispiel zeigt eine Verknüpfung zwischen Application Layer un
![Verknüpfung von Application und Technology Layer in ArchiMate](DraggedImage-17.png "Verknüpfung von Application und Technology Layer in ArchiMate")
### Modellierungselemente für den Technology Layer
Im Folgenden sind die Modellierungselemente für den Technology Layer angeführt. Weitere Informationen zu den Modellierungselementen des Technology Layer kann dem frei verfügbaren ArchiMate Standard[^t2_3_9] entnommen werden und ist auch in den verfügbaren Modellierungswerkzeugen (etwa Archi[^t2_3_10]) zur Unterstützung hinterlegt. Die untenstehende Tabelle umfasst die aktive Struktur des Technology Layer.
![](TechnologyLayerAktiveStrukturen1.png)
......@@ -214,7 +209,6 @@ Ein *Work Package* beinhaltet verschiedene Handlungen, die dazu dienen ein besti
Die Modellierungselemente des Implementation & Migration Layers können auch miteinander in Verbindung gebracht werden bzw. durch Beziehungen verknüpft werden. Mit diesem [*Link*](https://zenodo.org/record/2557641#.XFmefsHQjIU) findet man verschiedene Möglichkeiten um die Elemente miteinander zu kombinieren.
### Views & Viewpoints[^t2_3_12]
Aus den bisherigen Ausführungen ist erkennbar, dass Modelle zur Unterstützung von Enterprise Architecting durchaus komplex werden können. Zusätzlich ist zu beachten, dass sämtliche Elemente einer Enterprise Architecture Teil eines großen Gesamtmodells sind, auch wenn dies in seiner gesamten Komplexität nicht sinnvoll wahrnehmbar visualisiert werden kann. Dass in einer Datenbank abgelegte Modell einer Enterprise Architecture enthält idealerweise keine Redundanzen (d.h. z.B., dass jede Softwarekomponente nur einmal definiert ist, auch wenn sie an mehreren Stellen zum Einsatz kommt). Erst zum Zwecke der Darstellung der Modelle für menschliche Benutzende wird eine graphische Repräsentation des jeweils relevanten Modellausschnitts erzeugt. Man spricht in diesem Zusammenhang von einem „View“. Die folgende Abbildung visualisiert diese Zusammenhänge.
![Viewpoints und Views in ArchiMate](DraggedImage-26.png "Viewpoints und Views in ArchiMate")
......
Markdown is supported
0% or .
You are about to add 0 people to the discussion. Proceed with caution.
Finish editing this message first!
Please register or to comment